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Self-Custody

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Jeder Kryptowert liegt an einer Adresse auf einer Blockchain, und wer den privaten Schlüssel zu dieser Adresse kontrolliert, kann den Wert bewegen. Self-Custody heißt, dass dieser Schlüssel bei Ihnen liegt. Eine Wallet-App ist dabei nur das Werkzeug, das den Schlüssel speichert und Überweisungen für Sie signiert. Kurz gesagt: eine Wallet, die nur Sie kontrollieren.

Wie es funktioniert

Legt eine Wallet ein Konto an, erzeugt sie einen privaten Schlüssel und leitet daraus die öffentliche Wallet-Adresse ab. Die Adresse dürfen Sie frei weitergeben. Der private Schlüssel und die Wiederherstellungsphrase, die ihn zurückholt, bleiben geheim. Wie ethereum.org es formuliert: Wallet-Anbieter verwahren Ihr Geld nicht, sie geben Ihnen ein Fenster, durch das Sie Ihre Werte sehen und verwalten.

Es gibt mehrere Formen:

  • Hardware-Wallets halten die Schlüssel auf einem eigenen Gerät.
  • App- und Browser-Wallets halten sie auf Ihrem Telefon oder Rechner.
  • Eingebettete Wallets stecken in einer App; Sie melden sich per E-Mail oder Social-Login an. Ob eine davon Self-Custody ist, hängt davon ab, wer die Schlüssel kontrolliert.

xChange.bg arbeitet mit einer eingebetteten Self-Custody-Wallet von Privy auf Solana, Ethereum, Base, Arbitrum, Polygon und Optimism. Die Schlüssel liegen bei der Kundin oder beim Kunden. xChange.bg hält keine Schlüssel und kann kein Guthaben einfrieren. Das Unternehmen ist ein Technologieanbieter; Konten und Umwandlungen kommen vom regulierten Partner Bridge, einem Unternehmen von Stripe.

Verwahrung nach EU-Recht

MiCA definiert Verwahrung als das Aufbewahren oder Kontrollieren von Kryptowerten oder der Zugangsmittel dazu, etwa privater Schlüssel, für Kunden (Artikel 3 Absatz 1 Nummer 17). Wer das tut, braucht eine Zulassung als CASP, muss Kundenwerte getrennt halten und haftet für Verluste aus Vorfällen, die ihm zuzurechnen sind.

Kontrollieren Sie die Schlüssel, erbringt kein Anbieter diese Dienstleistung für Ihre Werte. Pflichten bleiben trotzdem. Die Verordnung (EU) 2023/1113, in Kraft seit 30. Dezember 2024, nennt eine Wallet ohne Anbieter dahinter eine "selbst gehostete Adresse". Bei Transfers an solche Adressen und von dort erheben Anbieter Angaben zu Sender und Empfänger. Bei Beträgen über 1.000 EUR müssen sie zusätzlich prüfen, ob die Adresse ihrer eigenen Kundschaft gehört.

Beispiel

Sie halten 1.500 USDC an einer Börse in der EU und wollen sie in Ihre eigene Wallet holen. Bei einem Kurs von rund 0,87 Euro je Dollar sind das etwa 1.300 EUR, also mehr als 1.000 EUR. Die Börse darf Sie deshalb bitten, zu zeigen, dass die Adresse Ihnen gehört. Sind die USDC angekommen, liegen sie an Ihrer Adresse, und nur Ihr Schlüssel bewegt sie wieder. Senden Sie später 200 USDC an die Wallet einer Freundin, zahlen Sie nur die Netzwerkgebühr, und keine Stelle muss den Transfer freigeben.

Häufige Missverständnisse

  • Die "Wallet" an einer Börse ist meist ein verwahrtes Konto. Das Guthaben, das Sie sehen, ist ein Eintrag in den Büchern der Börse.
  • Self-Custody heißt nicht regelfrei. Steuerpflichten bleiben, und Anbieter prüfen eingehende wie ausgehende Transfers.
  • Die Wiederherstellungsphrase ist die ganze Wallet. ethereum.org rät, sie aufzuschreiben und nicht auf dem Rechner zu speichern, denn wer sie findet, kontrolliert das Guthaben.
  • Self-Custody ist keine Anonymität. Transaktionen auf der Blockchain sind öffentlich, und die Anbieter, die Sie nutzen, kennen Ihre Identität.

Häufige Fragen

Was unterscheidet eine verwahrte Wallet von einer eigenen?

Bei einem verwahrten Konto, etwa einem Guthaben an einer Börse, hält der Anbieter die Schlüssel und bewegt das Geld auf Ihre Anweisung. Bei Self-Custody signiert Ihre Wallet die Überweisung mit Schlüsseln, die Sie kontrollieren, und der Anbieter kann die Werte nicht bewegen.

Ist Self-Custody in der EU erlaubt?

Ja. MiCA regelt die Verwahrung als Dienstleistung von Anbietern. Die Verordnung (EU) 2023/1113 definiert die selbst gehostete Adresse und legt fest, welche Prüfungen Anbieter vornehmen, wenn sie Kryptowerte an eine solche Adresse senden oder von dort empfangen. Verboten sind solche Wallets nicht.

Warum soll ich der Börse beweisen, dass die Wallet mir gehört?

Die Verordnung (EU) 2023/1113 verlangt bei Transfers über 1.000 EUR an eine selbst gehostete Adresse oder von dort, dass der Anbieter mit geeigneten Mitteln prüft, ob diese Adresse seiner eigenen Kundin oder seinem eigenen Kunden gehört.

Was passiert, wenn ich die Wiederherstellungsphrase verliere?

Verlieren Sie die Phrase und dazu jedes Gerät mit Ihren Schlüsseln, lässt sich das Guthaben in der Regel nicht wiederherstellen. Manche Wallets bieten zusätzliche Wege zur Wiederherstellung an. Prüfen Sie das, bevor Sie größere Beträge dorthin senden.

Schützt Self-Custody vor der Insolvenz eines Anbieters?

Werte in einer Wallet, deren Schlüssel Sie kontrollieren, liegen bei keinem Anbieter. Sie hängen deshalb nicht davon ab, ob ein Unternehmen im Geschäft bleibt. Die Risiken aus verlorenen Schlüsseln, Betrug und Fehlern beim Senden tragen Sie weiterhin selbst.

Quellen

  1. ethereum.org: Ethereum-Wallets
  2. ethereum.org: Ethereum-Konten
  3. Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCA)
  4. Verordnung (EU) 2023/1113 über Angaben bei Geldtransfers und Transfers bestimmter Kryptowerte

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